Integration, Soziales

Ukraine: Hilfe für Vertriebene beim Ankommen und Weiterkommen

Der Krieg in der Ukraine überschattet das Leben der Vertriebenen auch in Vorarlberg. Die Frage, wie es weitergeht, und die Sorge um in der Ukraine zurückgebliebene Angehörige, sind eine ständige Belastung, zugleich gilt es aber auch, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

„Land, Gemeinden, Institutionen und Zivilgesellschaft in Vorarlberg unterstützen die aus der Ukraine zu uns Geflüchteten in vielfältiger Weise beim Ankommen und Weiterkommen, um ihre ersten Schritte in Richtung struktureller und sozialer Integration zu begleiten“, betont Landesrat Christian Gantner.

Er verweist auf die von Land, Gemeinden und Systempartnern gesammelten „Wichtigen Informationen für Vertriebene aus der Ukraine“, die unter www.vorarlberg.at/-/ukraine-mehrsprachig angeboten werden, um den Betroffenen dabei zu helfen, sich rasch und gut in Vorarlberg zurecht zu finden. Sie dienen auch der Zivilgesellschaft („helfenden Hände“) als Orientierungshilfe bei der Unterstützung von Vertriebenen.

Darin enthalten sind wesentliche allgemeine sowie spezifische Informationen, etwa zu Unterkunft, Anmeldung am Wohnort, Registrierung bei der Fremdenpolizei, Leistungen/Unterstützung für Bedürftige aus der Grundversorgung, Mobilität, Versorgung mit Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung, Kindergarten, Schule, Deutsch lernen für Erwachsene, Arbeit und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs).

Der Österreichische Integrationsfonds hat in Kooperation mit dem Land Vorarlberg einen Informations- und Servicepoint in Bregenz eingerichtet. Dort informieren sie gemeinsam mit Systempartnern (Regionalkoordinatoren für Asyl- und Flüchtlingswesen, Bildungsdirektion, AMS etc.) zu den Themenfeldern: Sprache und Bildung sowie Arbeitsmarkt (www.integrationsfonds.at/ukraine).

Fuß fassen – Strukturelle und soziale integration

Nach dem Ankommen und einer Orientierungsphase folgen erste Schritte zum Spracherwerb, zu Bildung und Arbeitsmarkt sowie in Richtung soziale Integration für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt.

Um erwachsenen Personen gezielt die deutsche Sprache beizubringen, setzt Vorarlberg auf ein 4-Säulen-Modell:

  • „Deutsch LERNEN“ – Erwachsene (u. a. Geflüchtete bzw. Vertriebene aus der Ukraine): Auf Basis ihrer mitgebrachten Qualifikationen (Bildung, Mehrsprachigkeit etc.) erlernen sie die deutsche Sprache.
  • „Deutsch LEHREN“ – Kursleitende & Erwachsenenbildungseinrichtungen: Qualifizierte „Deutsch als Fremdsprache-Trainer“ (Pädagogen) lehren die Menschen in Kursen der Erwachsenbildungseinrichtungen Deutsch.
  • „Deutsch UNTERSTÜTZEN und BEGLEITEN“ – Freiwillig Engagierte: Sie begleiten die Geflüchteten/Vertriebenen bei der Anwendung des Gelernten aus dem Deutschkurs im Alltag, im Lebensraum der Gemeinde/Stadt, bei der Festigung des Wortschatzes etc.
  • „Den Weg weisen“ – Betreuungs-, Beratungs- und Förderstellen: Die Beratung erfolgt hinsichtlich des „Start Paket Deutsch und Integrationskurse“ des Österreichischen Integrationsfonds durch das „ÖIF Integrationszentrum“ in Bregenz.

Sobald Vertriebene aus der Ukraine ihren Vertriebenenstatus nachgewiesen haben (Blaue Karte), können sie die über den Österreichischen Integrationsfons angebotenen Deutschkurse „Startpaket Deutsch und Integration“ besuchen. Eine Kursvermittlung/-anmeldung ist erst bei Vorlage des Vertriebenenausweises im „ÖIF Integrationszentrum“ Bregenz möglich. Die Kurse finden in Bregenz, Dornbirn, Götzis, Hohenems, Feldkirch und Bludenz statt. Sie werden von den Erwachsenenbildungseinrichtungen – VHS Götzis und Ibis acam – organisiert und durchgeführt. An diesen Kursen nehmen sowohl Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtige sowie sukzessive nun auch Vertriebene aus der Ukraine teil. Es werden Kurse in den Niveaus Alphabetisierung, A1, A2, B1, B2, C1 durchgeführt. Um ortsunabhängig selbständig Deutsch zu lernen, können auch die Onlinekurse des ÖIF genutzt werden (siehe www.integrationsfonds.at/onlinekurse).

Freiwillig Engagierte können den Spracherwerb unterstützen und begleiten: Durch Ermöglichung der praktischen Anwendung des Gelernten aus dem Deutschkurs im Alltag, im Lebensraum der Gemeinde/Stadt, zur Festigung des Wortschatzes u. v. m.

In den Gemeinden/Städten/Regionen Vorarlbergs sind insbesondere seit dem Jahr 2015 Freiwillige, die Erfahrungen in der Deutschbegleitung haben, aktiv und unterstützen Geflüchtete (Asylwerbende/Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte) sowie sukzessive auch Vertriebene aus der Ukraine.

Weiterführende Links:

Mensch und Arbeit

Treffen Frauen aus der Ukraine mit ihren mitgebrachten Fähigkeiten und Qualifikationen auf das passende Unternehmen und werden als Arbeitskräfte eingestellt, stellt dies oft eine Win-Win-Situation dar. Bei diesem „Matching“ unterstützt das AMS mit seinem Knowhow und seinen Maßnahmen u. a. dem Projekt „Check in“ (Kompetenzcheck, individuelle Integrationspfade in den Arbeitsmarkt, Anerkennung von Qualifikationen etc.).

Relevant in dieser Situation ist für die Frauen, aber auch die Arbeitgebenden, dass die Kinder im Kindergarten und in der Schule gut aufgehoben sind:

  • Vertriebene aus der Ukraine benötigen eine Beschäftigungsbewilligung: Die Beschäftigungsbewilligungen werden vom AMS ausgestellt. Dafür ist eine Registrierung beim AMS notwendig. Dies ist aber erst nach dem Erhalt eines Vertriebenenausweises möglich.
  • Wenn Personen mit einem Aufenthaltsrecht für Vertriebene schon eine konkrete Arbeitsstelle in Aussicht haben, kann auch der Arbeitgeber den Antrag auf Beschäftigungsbewilligung beim AMS stellen.

Weiterführende Links:

Zusammenleben in Vielfalt – Gut gemeinsam leben

Die Zivilgesellschaft, freiwillige Engagierte vor Ort sowie in Vorarlberg bereits länger ansässige Verwandte und Freunde von Ukrainern unterstützen die Vertriebenen aus der Ukraine auch bei deren sozialen Integration in vielfältiger Weise. Auch hier kann bereits auf langjährige Erfahrungen an Unterstützungsangeboten (Lernhilfe für Kinder, Sprachbegleitung für Erwachsene) zurückgegriffen werden. Wichtig beim Angebot von Unterstützung ist immer, den jeweiligen Menschen mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen wahrzunehmen. Begegnen sich Zugewanderte und Ansässige mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe und einem ausgeglichenen Geben und Nehmen, dann ist dies eine Win-Win-Situation auf mehreren Seiten. Weitere Informationen unter www.okay-line.at!

Spendenkonto der Stadt

Die Stadt hat auch ein eigenes Spendenkonto eingerichtet: Flüchtlingshilfe Hohenems; AT75 2060 2000 0032 5480.

Geldspenden sind weiterhin auch online unter www.vorarlberghilft.at möglich oder können an folgende Konten angewiesen werden:

  • CARITAS: IBAN AT32 3742 2000 0004 0006 „Ukraine-Nothilfe“
  • Rotes Kreuz Vorarlberg: IBAN AT84 3742 2000 0014 3248 „Vorarlberg hilft“

Übersetzer und Muttersprachler gesucht!

Damit ukrainische Flüchtlinge bestmöglich versorgt und gut integriert werden können, sucht die Stadt Hohenems freiwillige ehrenamtliche Übersetzer, die Deutsch und Ukrainisch (notfalls auch Russisch) sprechen können.

Entsprechende Helfer können sich bitte gerne bei der Integrationsabteilung der Stadt Hohenems melden: Christine Fercher-Jost, Tel. 05576/7101-1246 oder E-Mail hilfe.ukraine@hohenems.at!

Unterkünfte unkompliziert registrieren

Mit einem neuen Online-Formular auf der Homepage des Landes können Privatpersonen unkompliziert eine Unterkunft registrieren, die sie zur Unterbringung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen bereitstellen wollen. Die Kontaktaufnahme erfolgt anschließend von Seiten der zuständigen Stellen, eine zusätzliche z. B. telefonische Kontaktaufnahme ist damit nicht mehr erforderlich. Abrufbar ist das Online-Formular unter www.vorarlberg.at/unterkunft!

Sie suchen eine Unterkunft?

Wer auf der Suche nach einer Unterkunft für ukrainische Verwandte oder Freunde ist, kann sich an E-Mail fluechtlingshilfe@caritas.at wenden.

Allgemeine Hilfeleistungen

Wer allgemeine Hilfeleistungen zur Verfügung stellen möchte oder solche benötigt – z. B. Sachspenden, Dolmetschertätigkeiten, helfende Hände, Rechtsberatung etc. –, wendet sich per E-Mail einfach an hilfe.ukraine@vorarlberg.at!

Weitere Informationen sind unter www.vorarlberg.at/ukraine erhältlich.

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